Ramona in Costa Rica

Ich habe nun ein Jahr in Costa Rica verbracht und eine Menge gelernt. Manche Tico- Angewohheiten sollte ich vielleicht besser hier lassen, da diese zu Stress führen können. Ich habe zum Beispiel gelernt, dass die Ticos nach einer anderen Zeit leben. Wenn man sich mit einem Tico verabredet, kann es sein, dass dieser einfach so eine halbe Stunde später kommt und es nicht als unhöflich empfindet. Das ist hier einfach so. Wenn man dann anruft und nachfragt, wo er bleibe, bekommt man zur Antwort, er sei „ahorrita“ da. Lasst Euch davon nicht täuschen. Es bedeutet zwar, dass er gleich kommt, aber dieses Wort ist sehr dehnbar, und es kann sein, dass Ihr trotzdem noch einige Zeit wartet. Aber keine Sorge, Ihr passt Euch an und kommt dann eben gleichzeitig eine halbe Stunde zu spät zum Treffpunkt. Allerdings erwarten sie von uns Europäern und erst recht von uns Deutschen, dass wir pünktlich sind. Ihr solltet also schon pünktlich da sein, könnt aber beim Verspätungen sagen, dass ihr halt schon „Tico“ seid.
Auch an das Essen musste ich mich erst mal gewöhnen, denn es gibt (zumindest bei den Ticos) dreimal am Tag Reis und Bohnen. Morgens Reis mit Bohnen, mittags Bohnen mit Reis und abends Gallo Pinto, bei dem die Hauptbestandteile auch Reis und Bohnen sind. Inzwischen esse ich es aber ganz gerne und bestelle mir in Sodas oft Gallo Pinto. Es wird zu den Dingen gehören, die ich in Deutschland vermissen werde.
Gleich zu Anfang meines Jahres in Costa Rica lernte ich alle Zirkus-Kinder kennen. Es war ein bunter Haufen, welcher immer einen frechen Spruch auf den Lippen hatte. Am meisten freuten sie sich, wenn man es nicht verstand. In Gedanken machte ich mir Sorgen über mein Jahr, aber nun habe ich alle in mein Herz geschlossen und schieße mit einem Spruch zurück. Auch die zweite Stammgruppe hat ein Platz in meinem Herzen gefunden, obwohl sie noch chaotischer sind. Es braucht länger bis ein richtiges Training stattfinden kann, aber sie bringen so viel Energie und Spaß mit, dass man sie einfach gern haben muss. 
Bald treffen beide Gruppen aufeinander, und ich bin sehr gespannt wie sie miteinander auskommen werden. Leider bin ich dann nicht mehr da, doch ich hoffe, dass ich mit einigen Kindern Kontakt halten kann und sie auf der nächsten Europa-Tournee wiedersehen darf!